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Fachwissen

Laser,ehrlich erklärt.

Was beim Lasern wirklich passiert, warum nicht jede Haut gleich behandelt wird und welche Werbeversprechen du getrost vergessen kannst. Ohne Fachchinesisch, so wie ich es dir auch im Studio erkläre.

Haarentfernung

Warum gehen manche Haare nicht weg?

Die häufigste Frage nach der dritten oder vierten Sitzung. Meistens steckt einer dieser Gründe dahinter – und die meisten kann man einplanen.

Nur wachsende Haare reagieren

Der Laser wirkt auf die Haarwurzel, solange das Haar aktiv wächst. Zu jedem Zeitpunkt ist aber nur ein Teil deiner Haare in dieser Phase, der Rest ruht oder fällt gerade aus. Darum braucht es mehrere Sitzungen. Ich plane in der Regel rund 8 Wochen Abstand. Kommst du zu früh wieder, treffe ich vor allem dieselben Haare noch einmal – das füllt meine Kasse, aber nicht deine Haut mit weniger Haaren.

Das Haar braucht Farbe

Der Laser «sieht» das Pigment im Haar. Graue, weisse, sehr helle und viele rote Haare haben zu wenig davon. Dort wirkt kein Laser zuverlässig, egal wie stark. Für diese Haare gibt es die Nadelepilation – ich sage dir vorher, was bei dir sinnvoll ist.

Feine Resthaare sind die Knacknuss

Nach einigen Sitzungen bleiben oft feinere, hellere Haare übrig. Sie nehmen weniger Energie auf und brauchen angepasste Einstellungen und manchmal ein, zwei Sitzungen mehr.

Hormone können nachliefern

Schwangerschaft, Wechseljahre, PCOS oder gewisse Medikamente können neue Haarwurzeln aktivieren. Dann ist mehr Geduld nötig, und später eine Auffrischung.

Vorbereitung zählt

Realistisch sind ca. 80–90 % weniger Haare, nicht 100 %. Selten kann es an Gesicht oder Hals sogar zu verstärktem Wachstum kommen – das sagt auch der Gerätehersteller. Ich spreche das vorher offen an.

Haarentfernung

Dick, dünn, hell, dunkel: Warum ich nicht alle gleich lasere.

Beim Lasern soll die Haarwurzel heiss werden, deine Haut aber kühl bleiben. Entscheidend ist dafür nicht nur, wie viel Energie ich abgebe, sondern auch wie lange ein einzelner Lichtimpuls dauert.

Wärme hat ein Timing

Die oberste Hautschicht gibt Wärme in wenigen Tausendstelsekunden wieder ab. Ein kräftiges Haar hält sie deutlich länger, ein feines Haar kürzer. Ist der Impuls passend gewählt, staut sich die Wärme im Haar, während die Haut sie rechtzeitig loswird.

So arbeite ich mit meinem Diodenlaser

Mein Diodenlaser hat verschiedene Modi. Als Ausgangspunkt nehme ich die Empfehlung des Herstellers nach Hauttyp:

Helle, feine Haare: Hier probiere ich zusätzlich den 100-Millisekunden-Modus aus. Er gibt die Energie nicht in einem Stück ab, sondern als schnelle Folge kurzer Teilimpulse von wenigen Millisekunden.

Und die Energie?

Die stelle ich individuell ein, nach Hauttyp, Haar, Zone und deiner Reaktion – nicht nach dem Motto «so viel wie möglich». Bei dunkler Haut mache ich zuerst einen Test und beurteile ihn nach zwei bis drei Tagen.

Technik

Warum 808 Nanometer?

Die Wellenlänge entscheidet, was das Licht in der Haut trifft und wie tief es kommt. Für die Haarentfernung gibt es drei gängige Laser – jeder mit Stärken und Grenzen.

Ich arbeite mit einem Diodenlaser mit 808 nm und gekühlter Saphirspitze, für die Haarentfernung von hell bis dunkel.

Und Geräte mit «drei Wellenlängen»?

Die sind nicht automatisch schlecht – aber auch nicht automatisch besser. Viele Wellenlängen auf dem Prospekt sagen nichts darüber, wie sauber, stabil und gut gekühlt ein Gerät arbeitet. Entscheidend ist, was in deiner Haut ankommt und wer es einstellt.

Technik

Kühlung: Warum es kalt ist und trotzdem wirkt.

Beim Lasern berührt eine gekühlte Saphirspitze deine Haut. Sie lässt das Licht durch und kühlt die Oberfläche vor und während jedes Impulses.

Was die Kühlung bringt

Statt dickem Gel nutze ich ein feines Kontaktspray. Es sorgt dafür, dass Licht und Kühlung sauber auf die Haut kommen, ist angenehmer als Gel und muss danach nicht mit Handtüchern weggewischt werden.

Was danach normal ist

Eine leichte Rötung und kleine Schwellungen rund um die Haaröffnungen zeigen, dass die Wurzel getroffen wurde. Das klingt meist nach wenigen Stunden ab. Danach: kühlen, keine Sauna, kein Sport mit viel Schwitzen am gleichen Tag und konsequent Sonnenschutz mit LSF 30 oder mehr.

Und wenn du gebräunt bist?

Gebräunte Haut enthält mehr Pigment und nimmt mehr Licht auf. Darum messe ich vor jeder Sitzung den Pigmentwert deiner Haut und stelle den Laser danach ein – bei Bräune etwas sanfter. Lasern ist dann meist trotzdem möglich und wirkt auch, es kann aber eine Sitzung mehr brauchen. Nach Sonnenbrand oder Solarium in den Tagen davor verschiebe ich lieber, weil gereizte Haut schlechter berechenbar ist.

Ganz ohne Empfinden geht Lasern nicht, das sage ich dir ehrlich – aber gut gekühlt ist es für die meisten gut auszuhalten.

Gut zu wissen

Watt, «Medical Grade», «Pico»: Werbebegriffe richtig lesen.

Wenn du Studios vergleichst, stolperst du über grosse Zahlen und Fachwörter. Einige helfen dir, andere sind reine Werbung.

«1200 Watt»

Watt beschreibt die Rohleistung im Gerät, nicht die Wirkung in deiner Haut. Was zählt, ist die Energie pro Fläche (Joule pro cm²), die Dauer des Impulses und wie gleichmässig das Licht austritt. Ein Beispiel: 1000 Watt während 0,1 Sekunden auf 4 cm² ergeben gleich viel Energie pro Fläche wie 500 Watt während 0,05 Sekunden auf 1 cm². Die Wattzahl allein sagt also wenig.

«Medical Grade», «Klinikqualität»

Diese Begriffe sind nicht geschützt. Jeder darf sie verwenden.

«Pico»

Ein echter Pikosekundenlaser arbeitet mit Impulsen unter einer milliardstel Sekunde. Es gibt Geräte mit mehreren Nanosekunden, die trotzdem «Pico» heissen. Wenn dir das wichtig ist: Frag nach der Impulsdauer, schriftlich.

«Schmerzfrei», «dauerhaft haarfrei», «nach 3 Sitzungen weg»

Seriös verspricht das niemand. Realistisch sind deutlich weniger Haare, eine Behandlung, die man spürt, und eine Sitzungszahl, die von dir abhängt.

Was du fragen darfst

Seit Juni 2024 braucht in der Schweiz jede Person, die Laser- oder IPL-Behandlungen anbietet, einen Sachkundenachweis nach V-NISSG. Frag danach. Meine Nachweise hängen im Studio, und du kannst sie online überprüfen.

Tattoo & PMU

Pico oder Nanosekunde? Was ich bei Tattoos wirklich verwende.

Ich arbeite mit einem gütegeschalteten Nd:YAG-Laser mit 1064 und 532 nm. Seine Impulse dauern wenige Nanosekunden. Das ist die Technik mit der längsten Erfahrung bei Tattoo- und PMU-Entfernung – und ich nenne sie bewusst nicht «Pico».

Was im Tattoo passiert

Extrem kurze, starke Lichtimpulse zertrümmern die Farbpartikel in kleinere Stücke. Die räumt dein Körper über Wochen ab. Darum braucht es Pausen zwischen den Sitzungen und meist 6 bis 12 Sitzungen, bei bunten oder professionell gestochenen Tattoos auch mehr.

Und Pikosekunden?

Pikosekundenlaser arbeiten noch kürzer und zertrümmern stärker durch Druck. Studien zeigen bei schwarzen und blauen Farben teils etwas schnellere Fortschritte, die Unterschiede sind aber oft kleiner, als die Werbung verspricht. Ein gut eingestellter Nanosekundenlaser ist mehr wert als ein Gerät, das «Pico» heisst und es nicht ist.

Farben haben Grenzen

Nicht am Auge

Am Augenlid und näher als 10 mm am Auge ist die Laserbehandlung Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Ich halte bei Augenbrauen mindestens 15 mm Abstand zum Auge.

Hautbild

Carbon Peeling: Was es kann und was nicht.

Das «Hollywood Peeling» ist kein Zauber, aber eine angenehme, wirksame Pflegebehandlung – wenn man weiss, was man erwarten darf.

So läuft es ab

Ich trage eine dünne Schicht Kohlepaste auf und lasse sie antrocknen. Dann fahre ich mit dem Nd:YAG-Laser (1064 nm) darüber. Die Kohleteilchen nehmen die Energie auf und lösen dabei überschüssigen Talg und abgestorbene Hornschüppchen an der Oberfläche. Du spürst ein leichtes Knistern und Wärme.

Was es kann

Was es nicht kann

Du und ich tragen dabei Schutzbrillen. Rund um die Augen halte ich Abstand, und ich behandle nur, was gesund aussieht.

Du führst selbst ein Studio?

Worauf ich beim Kauf eines Lasers achten würde – unabhängig, ich verkaufe keine Geräte.

Fachwissen für Studios

Stand Oktober 2026. Allgemeine Information, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Ob eine Behandlung für dich passt, kläre ich persönlich mit dir.

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Ich schaue mir dein Thema an und sage dir ehrlich, ob und wie es bei dir sinnvoll ist. Die Beratung ist kostenlos.

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