
Ich führe selbst ein Laserstudio und habe beim Gerätekauf einiges gelernt – manches teuer. Hier steht, worauf ich heute achten würde. Unabhängig: Ich verkaufe keine Geräte und bekomme keine Provision.
Und: Ohne Sachkundenachweis nach V-NISSG darfst du in der Schweiz keine Laser- und IPL-Behandlungen anbieten – egal wie gut das Gerät ist.
Ein Schweizer Firmenname auf dem Gerät heisst nicht, dass das Gerät in der Schweiz entwickelt oder gebaut wurde. Viele Ästhetiklaser stammen aus denselben Fabriken in Asien und werden unter verschiedenen Namen verkauft. Das ist nicht verboten und nicht automatisch schlecht – du solltest nur wissen, wofür du den Aufpreis zahlst.
Für echte Leistung: Messung jedes Geräts vor der Auslieferung, Wartung mit Protokoll, Ersatzgerät, Schulung, erreichbarer Support. Nicht für ein umgeklebtes Logo.
Dann übernimmst du nach meinem Kenntnisstand Pflichten als Importeurin nach der Medizinprodukteverordnung – Dokumentation, Konformität, Meldungen. Kläre das vor dem Kauf mit Swissmedic oder einer Fachperson. Und rechne damit, dass ein Gerät ohne Papiere später kaum Wiederverkaufswert hat.
Ein guter Lieferant beantwortet diese Fragen gern und schriftlich. Wer ausweicht, hat dir damit auch eine Antwort gegeben.
«1200 Watt» klingt stark, sagt aber wenig. Die Wattzahl beschreibt die Rohleistung der Diode, nicht was im Gewebe ankommt.
Die Energie pro Fläche (Fluenz, J/cm²) ergibt sich aus Leistung mal Zeit, geteilt durch die Fläche. 1000 W während 100 ms auf 4 cm² ergeben 25 J/cm² – genau wie 500 W während 50 ms auf 1 cm². Gleiche Zahl, aber unterschiedliche Wirkung, weil die Impulsdauer anders ist.
Ein Teil der elektrischen Leistung wird zu Wärme statt zu Licht. Günstige Dioden erzeugen mehr Abwärme – und manche Geräte drosseln dann still die Leistung. Lass dir deshalb die Fluenz nach 30–45 Minuten zeigen, nicht nur in der ersten Minute.
Ein grosses Austrittsfenster arbeitet bei Rücken und Beinen deutlich schneller und wirkt etwas tiefer, weil am Rand weniger Licht verloren geht. Dafür ist das Handstück schwerer und erzeugt mehr Abwärme. Kleine Spots sind präziser an Oberlippe, Fingern und in der Bikinizone. Ideal sind zwei Grössen oder ein wechselbarer Aufsatz.
Eine Kontaktkühlung mit Saphirspitze schützt die Haut und macht wirksame Energie erst möglich. Wichtig ist, dass sie nicht nur in der Vorführung kalt ist, sondern auch nach einer Stunde Volllast. Wird die Spitze warm, steigt das Verbrennungsrisiko, und die Kundin spürt es bei den letzten Zonen zuerst.
Und: Jährliche Wartung mit Messprotokoll ist kein Luxus, sondern deine Absicherung, falls einmal etwas passiert.
Ich biete Plasma nicht an. Weil viele Studios danach fragen, hier das Wichtigste.
Der Plasma Pen trägt mit einem winzigen Lichtbogen die oberste Hautschicht thermisch ab. Kaltplasma trägt nichts ab und wirkt über reaktive Moleküle. Das sind zwei völlig verschiedene Behandlungen.
Behandlungen am Augenlid und in Augennähe sind in der Schweiz für viele Indikationen Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Begriffe wie «Lidstraffung» oder «Blepharoplastik» haben in der Werbung eines Studios nichts verloren. Welche Sachkunde du genau brauchst, kläre vorher mit dem BAG oder deinem Kanton.
Auch RF-Microneedling biete ich nicht an. Wer darüber nachdenkt, sollte diese Punkte kennen.
Feine Nadeln geben in der Tiefe Radiofrequenz-Wärme ab. Die Haut reagiert darauf mit Heilung und neuem Kollagen – das Resultat macht also der Körper, nicht die Nadel. Gutes Hautmilieu, Sonnenschutz und Geduld gehören dazu.
Needling ist in der Schweiz kantonal geregelt. In vielen Kantonen ist Kosmetik nur bis etwa 0,5 mm Eindringtiefe erlaubt, tiefer ist es ärztlich – und die wirksamen Straffungstiefen liegen meist genau dort. Frag deinen Kanton, bevor du investierst.
Kollaps auf der Liege, allergische Reaktion, Verbrennung: Ich bin diplomierter Notfallpflegefachmann und trainiere Studios bei ihnen vor Ort – mit Notfallplan für genau deine Räume.
Notfalltraining für StudiosStand Oktober 2026. Allgemeine Information, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Ob eine Behandlung für dich passt, kläre ich persönlich mit dir.
Ich sage dir gern, welche Erfahrungen ich gemacht habe. Ohne Verkaufsinteresse – ich verkaufe keine Geräte.